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Schleppmesser richtig einstellen

Mit Schleppmessern bestückte Messerhalter kommen in fast allen Schneideplottsystemen vor. In der Regel muss die Schneidetiefe des Messers über den Messerhalter je nach Material reguliert werden. Aus Erfahrung wissen wir, dass es gerade bei Einsteigern in diese Kreativtechnologie oft zu Problemen beim Plotten kommt, weil das Messer zu tief oder zu wenig tief eingestellt ist. Dabei ist die Einstellung recht einfach und es gibt nur wenige – aber wichtige – Dinge zu beachten.

Auf den folgenden Bildern ist das Obermaterial (z.B. Klebefolie) rot dargestellt, darunter der auf dem Obermaterial aufgebrachte Kleber hellgrau und ganz unten in dunkelgrau das Trägermediem (z.B. Kraftpapier).

Das ist zu viel

Zu tief eingestellte Messer führen beim Plotten zu ausgefransten Ecken und insgesamt zu schlechten Plotergebnissen. Außerdem können die Objekte des Plots im Schneideplotter auseinanderfallen und den Messerkopf blockieren. Wenn zu tief in das Trägermedium geschnitten wird, fließt der Kleber in diese Ritzen und verbindet sich mit dem Kraftpapier. Der Aufkleber lässt sich dann kaum noch vom Träger lösen, insbesondere nicht nach längerer Lagerung.

Das ist zu wenig

Zu flach eingestellte Schleppmesser führen dazu, dass das Material nicht vollständig geschnitten wird und sich nicht oder nur sehr schlecht entgittern lässt. Man ist verleitet, zu flach eingestellte Schleppmesser mit einem höherem Anpressdruck des Schneideplotters zu kompensieren, was aber die Plotergebnisse durch Schiebeeffekte des Materials weiter verschlechtert.

So ist es richtig

Das Schleppmesser sollte beim Plotten das Obermaterial (Klebefolie, Flexfolie etc.) sauber durchtrennen und das darunterliegende Trägermedium noch ein wenig anritzen. Das bedeutet, dass bei einer normalen Klebefolie von 60µm Stärke das Messer etwa 65µm tief eingestellt werden muss. Das entspricht in etwas der Stärke eines menschlichen Haares. Wer die Klinge seines Messers vorne aus dem Messerhalter klar herausstehen sieht, hat es zu tief eingestellt. Ein im Messerhalter komplett verstecktes Schleppmesser ist ebenfalls falsch eingestellt.

Mit einer kleinen Probe kann man sehr leicht feststellen, ob die Einstellung des Schleppmessers richtig ist: Fährt man mit einem Finger vorsichtig über den Messerhalter,sollte man ein sehr leichtes Kratzen des Schleppmessers an der Fingerkuppe spüren können.

Das Anritzen des Trägers erleichtert die spätere Repositionierung von einzelnen Objekten oder z. B. die Montage von mehrfarbigen Aufklebern.

Das Besondere bei Flockfolien

Bei Flockfolien ist Folgendes zu beachten: Obwohl diese Folien zwar deutlich dicker sind als Flexfolien oder gewöhnliche Klebefolien, erfordern sie dennoch nur geringfügig mehr Messertiefe. Dies liegt daran, dass die Flockfasern selbst nicht miteinander verbunden sind und daher auch nicht geschnitten werden müssen. Es muss lediglich die Heißklebeschicht durchtrennt werden, die in der Regel nicht stärker als 100µm ist. Eine geringe Zugabe der Messertiefe im Vergleich zu Klebefolien sollte also ausreichen, um ein optimales Ergebis zu erzielen.

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Schleppmesser, Schneidwinkel und Offset

Da ein Großteil der am Markt erhältlichen Schneideplotter auf der  Schleppmesser-Technologie basiert, möchte ich an dieser Stelle das Wichtigste rund um das Thema “Schleppmesser” zusammenfassen.

Schneidwinkel, Keilwinkel

Die folgende Grafik zeigt, wie Schneid- bzw. Keilwinkel berechnet werden und was man unter Offset (siehe auch weiter unten) versteht:

Keilwinkel, Schneidewinkel

In der Regel werden die verschiedenen Arten von Schleppmessern nach dem Schneidwinkel, also dem Winkel zwischen Material und Klinge, unterschieden. Gängige Abstufungen sind dabei:

  • 30° Messer – für eher grobe Plotaufträge in eher dünnem Material
  • 45° Messer – für feinere Plots und für normales Material
  • 60° Messer – für feinste Plots oder dickes Material

Grundsätzlich gilt, dass das 60° Messer für alle Plotaufträge und Materialstärken gut geeignet ist, allerdings hat es eine relativ kurze Lebensdauer, weil die feine Klinge sich im Material schneller abnutzt als die flachere Klinge eines 30° Messers. Man hat also die Wahl zwischen häufigerem Messerwechsel oder etwas höheren Kosten durch einen schnelleren Verschleiß der Messer.

In Einzelfällen werden die Messer auch nach dem Keilwinkel klassifiziert, bei dem die Winkelangaben genau umgekehrt gelten.

Offset

Zur Erklärung des Offsets nehme ich immer gerne das Bild eines Einkaufswagens im Supermarkt: Wie sich die Rollen des Wagens beim Wenden oder Fahren von Kurven hinter dem Wagen herbewegen, so bewegt sich auch das Schleppmesser in einem Schneideplotter hinter dem Messerkopf her.

Um diese Bewegung – und vor allem die Drehung – zu verursachen, braucht man einen Hebelarm – den Offset. Der Offset wird gemessen als horizontaler Abstand zwischen der Klingenspitze und der Drehachse des Schleppmessers. Er fällt mit ca. 0,25mm zwar relativ klein aus, ist aber so groß, dass damit keine präzisen Plots mehr möglich sind – vor allem Ecken können ohne entsprechende Kompensation nicht mehr sauber geschnitten werden.

Die folgende Grafik zeigt den roten Weg des Messerkopfes eines Schneideplotters, um das schwarze Objekt – ein Rechteck – korrekt schneiden zu können. Während der Messerkopf die Kreisbewegung abfährt, wird das Messer auf der Stelle gedreht.

Schleppmesser-Offset

Die Einstellung der Offsetkompensation erfolgt je nach Modell entweder in der Schneidesoftware oder direkt im Menü des Schneideplotters. Es ist absolut essentiell, dass immer der korrekte Wert für das aktuelle Messer verwendet wird. Andernfalls werden die Objekte nicht sauber geschnitten und lassen sich schlecht bis gar nicht entgittern.

Beim Schneiden von dickem Material kann es nötig sein, die Offset-Einstellungen anzupassen, da der wirksame Offset mit zunehmender Materialstärke leicht abnimmt. Hier muss durch Tests von Fall zu Fall der beste Wert ermittelt werden.

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Einführung Schneideplotter

Schneideplotter sind zentraler Bestandteil von vielen Anwendungen in Werbe- und Kreativtechnologien. Daher wollen wir die Funktionsweise und die technischen Details von Schneideplottern hier ausführlich beschreiben:

Was ist ein Schneideplotter?

Schneideplotter sind computergesteuerte Geräte, die ähnlich wie bei einem Druck Objekte wie z.B. Schriften, Ellipsen oder Rechtecke aus (selbst)klebenden Materialien ausschneiden.

Secabo C60III SchneideplotterGraphtec CE5000-60Roland GX-500 SchneideplotterSumma S160T Schneideplotter

Was macht ein Schneideplotter?

Zum größten Teil werden mit einem Schneideplotter einfarbige Selbstklebefolien geschnitten, man nennt diese daher auch Schneidefolien. Es können nur Materialien verarbeitet werden, die über einen Träger verfügen. Bei den Klebefolien ist dies in der Regel ein Silikonpapier. Neben Selbstklebefolien schneidet ein Plotter natürlich auch Flock- und Flexfolien, die nach dem Schneiden mittels einer Transferpresse auf zumeist Textilien aufgebracht werden sowie alle Arten von Papier.

Wie funktioniert das?

Das Messer des Schneideplotters trennt beim Plotten nur die Folie selbst, der Träger bleibt unversehrt und hält den gesamten Plot bzw. Aufkleber zusammen, bis er auf eine entsprechende Oberfläche übertragen wird.

Auf dem Markt sind zwei verschiedene Arten von Schneideplottern erhältlich, die sich nicht in der Funktion, doch aber in der Handhabung und auch im Preis unterscheiden. Man unterscheidet zwischen Schneideplottern mit Schleppmessertechnik und Schneideplottern mit Tangentialmessertechnik.

So funktioniert ein Schneideplotter mit Schleppmessertechnik

Am weitesten verbreitet sind Schneideplotter mit Schleppmessertechnik. Sie machen über 95% des Marktes aus.

Bei dieser Technik wird ein nadelähnliches Messer, das durch den sogenannten Offset leicht aus der Mitte versetzt liegt, der Bewegung des Messerkopfes nachgeschleppt – daher der Name. Das Verfahren ist robust und einfach, was niedrige Kosten und eine hohe Zuverlässigkeit bedeuten.

In der Regel werden von den Plotterherstellern und unabhängigen Anbietern mehrere Messer pro Gerät offeriert.

Dabei ist die Angabe des Schneidwinkels entscheidend: ein Schneidwinkel von 30° bedeutet beispielsweise ein relativ stumpfes, aber robustes Messer, das in dünnen Materialien bei großen Objekten gute Ergebnisse bei hohen Standzeiten liefert. Messer mit einem Schneidwinkel von 60° hingegen sind sehr spitz und empfindlich und eignen sich daher für dicke Materialien oder sehr kleine Objekte.

Schleppmesser

Weniger verbreitet sind Schneideplotter mit Tangentialmessertechnik

Wesentlich seltener als Schleppmesser- sind Tangentialmesserplotter anzutreffen. Dies liegt vor allem daran, dass diese Technik, bei der ebenfalls ein nadelartiges Messer im Einsatz ist, welches jedoch von einem Elektromotor immer in die richtige tangentiale Ausrichtung gebracht wird, deutlich teurer ist als die herkömmlichen Schneideplotter mit Schleppmessern.

Darüber hinaus arbeiten Plotter mit Tangentialmessern langsamer, da die Ausrichtung des Messers eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Was bringt die Kreativtechnologie Schneideplot?

Vorteile

  • günstiger Einstieg möglich
  • universell einsetzbare Technologie
  • leicht zu erlernen

Nachteile

  • PC zur Steuerung notwendig

Ein Schneideplotter in Aktion

Welche Geräte gibt es am Markt?

Die erhältlichen Geräte unterteilen sich in verschiedene Gruppen, angefangen von Hobbygeräten bis hin zu Profimaschinen:

  • Hobbygeräte wie z. B. Secabo mini oder Graphtec CraftRobo
  • semiprofessionelle Geräte wie die Secabo CIII Serie
  • professionelle Schneideplotter wie die Graphtec CE5000 Serie, Roland GX-24, GX-300 bis -500
  • high-end Schneideplotter wie die Summa S-Class,  z. T. mit Tangentialmesser-Technik

Drucken und Schneiden?

In letzter Zeit haben immer mehr Hersteller Funktionen zur Erkennung von Passmarken in ihre Schneideplotter eingebaut (Secabo – LAPOS, Summa – OPOS). Dies ermöglicht dem Benutzer das konturgenaue Schneiden von gedruckten Objekten.
Beispielsweise bedruckt der Anwender zunächst eine bestimmte Klebefolie auf einem Laserdrucker mit Proukt-Labels – inkl. entsprechender Positionsmarken. Nachdem der Schneideplotter diese Marken eingelesen hat, kann er eine beliebige Kontur um die gedruckten Objekte herum schneiden. So entstehen professionelle Labels, Etiketten, Typenschilder oder auch Aufkleber fürs Auto. Entsprechende Funktionen werden in Schneideplottern von z. B. Secabo, Roland, Graphtec, Summa und vielen anderen Herstellern angeboten.

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